„Where are we now?“

Interview mit Dennis Riekers anlässlich der Ausstellung in der Bremer Volkshochschule, im Mai 2024

Herr Schwecke, Ihre Ausstellung „Where are we now?“ behandelt eine Vielzahl von aktuellen und globalen Themen. Dahinter scheint eine tiefe Auseinandersetzung insbesondere mit Krieg, Klimakatastrophe und Ungerechtigkeit zu stehen. Welche persönlichen Erfahrungen oder Überzeugungen treiben Sie an, sich künstlerisch gerade mit solch herausfordernden und oft bedrückenden Themen auseinanderzusetzen?

Den Herausforderungen können wir nicht aus dem Weg gehen – und leider werden sie mehr statt weniger. Wer hätte vor einigen Jahren schon geglaubt, dass heute darüber nachgedacht wird, wie Deutschland kriegstüchtig wird. Die Nachrichten empfinde ich oft als Albtraum – wirklich beängstigend.

Meine Arbeiten helfen mir dabei ein wenig Struktur in meine eigenen Gedanken zu bringen.

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„Where are we now?“ – Ulrich Schwecke im Bamberger

Anlässlich der Übergabe des Wandbildes zur Geschichte des Bamberger spricht Kevin Kerney mit Ulrich Schwecke über seine Arbeit an den Bildern zur begleitenden Ausstellung „Where are we now?“.

Das Postkartenset und der Dauerkalender „Where are we now?“ können hier bestellt werden.


„One day I will fly“ – Kunstgespräch

Kunstgespräch im Kapitel 8, 23.8.2023

Dr. Petra Schumacher

In dem Gedicht FEDERN BLASEN[i] schreibt Günter Grass:

Draußen, ich weiß, bläht die Macht ihre Backen;
doch keine Feder,
kein Traum wird ihr tanzen.

In dem Gedicht von Grass stehen die Federn für Kindheitswünsche und Menschheitsträume, die sich durch keine äußere Macht einschränken lassen. Es geht um Träume und Werte, die man keiner Macht opfert. Die Sehnsucht nach Glück und nach Freiheit taucht neben Gedichten in vielen Liedern, Mythen und in der bildenden Kunst auf und wird mit der Vorstellung des Fliegens verbunden. Federn und Fliegen stehen für Freiheit. Um eben dieses Thema dreht sich auch die Ausstellung. «One day I will fly». Ulrich Schwecke geht mit den hier ausgestellten Werken den Fragen nach einem Leben frei von äußeren Bedrohungen und innerlich einschränkenden Glaubensätzen – vielleicht auch der Frage nach der Freiheit nach dem Tod – nach.


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„One day I will fly“ – Einführung

Einführung zur Ausstellung durch Pastor Hans-Jürgen Jung

Herzlich willkommen, heute Abend hier im Kapitel 8 an der Domsheide 8.
Ich bin Pastor Hans-Jürgen Jung, der Leiter des Ev. Informationszentrums Kapitel 8 – schön, dass Sie heute alle hier sind!
(…)

Im Pressetext dieser Ausstellung heißt es. „Vögel stehen für grenzenlose Freiheit. Der Wunsch, frei
zu sein wie ein Vogel, ist auch eine allzu menschliche Sehnsucht. Doch wovon wollen wir uns eigentlich befreien? Und was hindert uns?“ (…) Die Freiheit und der Käfig – manchmal ist es die primäre Sozialisationsinstanz, die eigene Familie, die zum Käfig werden kann. (…) „Ist es nicht ein Widerspruch, einen Vogel – das Symbol der Freiheit schlechthin – einzusperren?“, fragt Ulrich Schwecke“.

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„One day I will fly“ – Kunstgottesdienst

Kunstgottesdienst in der Rembertikirche, 20.08.2023

Liebe Frau Pastorin Klaus, ganz herzlichen Dank für Ihre Einladung zu diesem für mich sehr besonderen Kunstgottesdienst.

Liebe Besucherinnen und Besucher, ich freue mich sehr, dass ich hier heute sprechen darf. Frau Pastorin Klaus meinte, dass ich davon berichten könnte, wie ich dazu gekommen bin, derartige Objekte zu erstellen und was mich während der Arbeit daran bewegt hat. Wenn ich davon erzähle, klingt es leicht sehr gradlinig, so als ob ich schon zu Beginn wüsste, was entsteht. Das ist bei Leibe nicht so. Die meisten Versuche landen im Müll. Aber bei einigen habe ich dann doch das Gefühl, so könnte es stimmen, so könnte ich es lassen – zumindest vorerst.

Mein Vater hat Vögel geliebt, er war ein echter Vogelfan. Wir hatten ein ganzes Haus voll mit zwitschernden Kanarienvögeln und Zebrafinken. Hunderte.
Vögel stehen ja für grenzenlose Freiheit. Und der Wunsch, frei zu sein wie ein Vogel, erfüllt uns alle – das kennen Sie sicherlich auch. Doch warum sperren wir sie dann ein?

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Wie Noten-Notierungen

… Schwecke, der bei dem Bremer Maler Jürgen Waller Freie Kunst studierte, wurde hinlänglich mit den Verfahren des Realismus, auch der kritischen Stellungnahme des Künstlers bekannt gemacht. Gleichzeitig hat er über ein Transzendieren (Überschreiten!) der realistischen Bildsprache nachgedacht. … Wenn er Landschaften oder Städte fotografiert, reduziert er – sehr individuell mit dem fotografischen Material umgehend – die Syntax und somit das visuelle Ergebnis seiner Fotografie auf ein Minimum konventioneller Bild-Spuren und Bild-Zeichen. Wenige senkrechte Linien etwa werden zu optische Überbleibseln einer Häuser-Reihe. Solch unscharfe Linien können auch als Schilf im Wind gelesen werden. Das Abbild des Campanile von Venedig kann auch ein solitärer Baum sein. Eine verstreute Gruppe von Spaziergängern am Strand wirkt wie Noten-Notierungen eines Komponisten. Nicht nur Gerhard Richter hat mit der Wirkung unscharfer Fotos experimentiert. Schon Caspar David Friedrichs „Wanderer über dem Nebelmeer“ war ein Verlassen, ein Überschreiten, Abtauchen weg von den klassizistischen Landschafts-Ansichten seiner Epoche. Er hat den Weg zur Romantik beschritten, ist eingetaucht in die Unschärfen der Dämmerungen und Nachtgedanken: Der romantische Dichter Novalis hat dazu – für uns erstaunliche – Formulierungen gefunden:

„Abwärts wend ich mich zu der heiligen, unaussprechlichen, geheimnisvollen Nacht. – Was quillt auf einmal so ahnungsvoll unterm Herzen, und verschluckt der Wehmut weiche Luft? Hast auch du ein Gefallen an uns, dunkle Nacht?“ …

Rainer B. Schossig, Zur Eröffnung der Ausstellung „(un)sichtbare Grenzen“, in der Bremer Villa Sponte, 07. Mai 2023



Vernissage der Ausstellung „Die Poesie der Unschärfe“

Gabriele Schneider im Gespräch mit Ulrich Schweckeim Bridge- und Kulturladen, Bremen, 3. März 2023

Gabriele Schneider: Es wurde ja ein Künstlergespräch angekündigt. Das würde ich jetzt noch mal ein bisschen relativieren.

Ja, ich werde ein paar Fragen stellen, habe ein paar vorbereitet, wenn aber von Ihnen jetzt Zwischenfragen kommen, geben Sie mir ein kleines Zeichen. Denn das Schönste wäre, Sie beteiligen sich. Sie haben Fragen, Sie haben Interesse … wie was genau gemacht worden ist oder warum und wieso?  Geben Sie ein kleines Zeichen, dann führen wir alle das Gespräch mit Herrn Schwecke und ich führe nur so ein bisschen ein, dass wir quasi warm werden.

Herr Schwecke Sie fotografieren ja schon lange neben ihrer Tätigkeit als Business Coach und auch Trainer und Inhaber einer Werbeagentur. Können Sie etwas zu ihrem künstlerischen Werdegang als Fotograf sagen? Wie kam das?

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„Where/who are we now?“ – Politische Kunst in Zeiten wie diesen

Der Künstler Ulrich Schwecke zeigt seine farbintensiven Fotomontagen im Kapitel 8 in Bremen

Krieg, Klimakatastrophe, Finanzkrise, Terrorismus, Hunger: Die Liste dessen, was uns heute an Bedrohungen begegnet und bewegt, ist lang. Wie gehen wir damit um? Der Bremer Künstler Ulrich Schwecke hat in vielen Städten Graffiti fotografiert und diese Motive miteinander in Beziehung gesetzt. Mit seinen farbintensiven Fotomontagen lässt Schwecke Werke entstehen, die bisherige politische Gewissheiten in Frage stellen – und zum Nachdenken einladen. 

Die Ausstellung Where/who are we now?“ ist ab dem 22. Juni in Kapitel 8 an der Domsheide zu sehen.


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„One day I will fly“

Der Künstler Ulrich Schwecke zeigt neue Objekte und Bilder in der Bremischen Volksbank in Achim

Vögel stehen für grenzenlose Freiheit. Und der Wunsch, frei zu sein wie ein Vogel, ist auch eine allzu menschliche Sehnsucht. Doch wovon wollen wir uns eigentlich befreien? Und was hindert uns? In der Ausstellung „One day I will fly“ geht der Bremer Künstler Ulrich Schwecke Fragen wie diesen nach und setzt sich zudem mit aktuellen Geschehnissen unserer Zeit auseinander.

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Fotoarbeiten von Ulrich Schwecke

Pressemitteilung zur Ausstellung

Ulrich Schwecke ist ein Bremer Fotokünstler dessen Bilder zum ersten Mal in Freiburg gezeigt werden.

In der Ausstellung finden sich abstrakte Motive aus dem Zyklus „Die Poesie der Unschärfe“ aber auch Arbeiten zu gesellschaftlichen Themen.

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Berühren, Nachdenken, Handeln

Unter diesem Titel ist in der Oktober-Ausgabe 2019 von Publik Forum Extra ein größerer Artikel über meine fotografische Arbeit erschienen.

Was mir wertvoll ist

„Ich suche nicht – ich finde!“ Das Zitat ist nicht von mir, sondern von Picasso. Aber es beschreibt meine Arbeitsweise und auch meinen Weg als Künstler sehr treffend. Ich suche die Motive nicht, sondern sie begegnen mir, oft ganz unerwartet. Sie „springen“ mich manchmal an, faszinieren mich, lösen einen Gedanken oder einen Prozess aus. Eigentlich ist es zuerst nur ein Bauchgefühl, das mich stimuliert.

Hier gehe ich noch nicht konzeptionell vor, ich stelle oder arrangiere meine Motive nicht. Die eigentliche Aussage entsteht später in der Bearbeitung, der Zusammenstellung der Motive. Der Prozess ist wie ein Puzzle, von dem ich am Anfang noch nicht weiß, was für ein Gesamtbild entstehen wird.

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Gedankengefängnisse – Mauern – Theaterkulissen

Lorenz Böllinger

(…) Was ist los mit uns, mit unserer Gesellschaft? Weltumspannende Beunruhigung, ja Bedrohung: Klimawandel, soziale Spaltung, Rassismus, Nationalismus, neue Völkerwanderungen, Kriege. Ein neues „Unbehagen in der Kultur“, ja Existenzangst haben uns befallen – obwohl es uns doch materiell so gut geht wie noch nie. Anderen aber eben nicht, wir wissen und fühlen das. So wie wir eigentlich um die all dem zugrundliegende, von uns allen politisch mitverantwortete Unvernunft und Selbst-Destruktivität wissen. Wie ist so viel Ausblendung, Verdrängung, Verleugnung möglich? Ist das unausweichliche Apokalypse, Todestrieb?

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Das Karma der Wände

Fotoarbeiten

Klimakatastrophe, Finanzkrise, Terrorismus, Krieg, Hunger …  Die Themenliste dessen, was uns an Bedrohungen begegnet und bewegt, ist lang und wächst. Mich interessiert zunehmend, wie diese Themen ästhetisch reflektiert werden können.

Karma (Sanskrit: karman, Pali: kamma; Wirken, Tat) bezeichnet ein Konzept, nach dem jede Handlung eine Wirkung hat. Diese muss sich nicht unbedingt im gegenwärtigen Leben manifestieren, sie kann sich möglicherweise erst in einem zukünftigen Leben zeigen.

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Download Karma der Wände

Publikation zur Ausstellung
(Download als PDF)


Das Karma der Wände – Dr. Petra Schumacher

Das Karma der Wände

Ein Vortrag zur Eröffnung der Kunstausstellung in der Villa Ichon
Goetheplatz 4, 28203 Bremen, am 20.9.2018, von Dr. Petra Schumacher

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Hübotter,
Sehr geehrter Herr Bührmann, als künstlerischer Leiter der Villa Ichon,
Sehr geehrte AusstellungsbesucherInnen,

Prolog
Als ich im Februar dieses Jahres eine Ausstellung von Fotoarbeiten von Ulrich Schwecke eröffnete, habe ich überhaupt keine Vorstellung gehabt, wie anders die nächste Ausstellung werden würde. Ich war erstaunt, wie viel Energie, Gespräche, Geld, Zeit, Überlegungen und Lektüre in die Verwirklichung dieser Ausstellung geflossen ist. Was vor einem halben Jahr noch viel formaler war, wurde zunehmend inhaltlicher. Standen in den Ausstellungen und Veröffentlichungen der letzten 10 Jahre der ästhetische Aspekt und fotografisch – gestalterische Experimente im Vordergrund seines Arbeitens, war Ulrich Schwecke hier sehr stark von dem Wunsch geleitet, Denkräume zu öffnen.

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Pressemitteilung zur Ausstellung „Das Karma der Wände“

Das Karma der Wände

Fotoarbeiten von Ulrich Schwecke in der Villa Ichon

Ein kleines Siedlungshaus in Bremen, das durch ein Übermaß an Sicherungstechnik einer Festung gleicht. Eine Mauer in Bethlehem, die schützen soll, zugleich aber neues Leid produziert, und malerisch anmutende Motive, die die Wut über die Politik der Gläubiger gegenüber Griechenland widerspiegeln: In seiner aktuellen Ausstellung in der Villa Ichon zeigt Ulrich Schwecke mit ganz unterschiedlicher Herangehensweise Arbeiten, die aber eines gemeinsam haben. Sie reflektieren auf ästhetische Weise Ursache und Wirkung vorangegangen Handelns. Schwecke: „Zentral ist für mich dabei der karmische Gedanke, in dem Sinne, dass jede Handlung Auswirkungen auf die Zukunft hat.“

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Ein Gespräch mit Beate Hoffmann, Bremer Medienbüro

Die Poesie der Unschärfe

Beate Hoffmann: Sie haben vor einigen Jahren den Pariser Friedhof Père Lachaise porträtiert, mit gegenständlichen Fotos. Jetzt gibt es ein abstraktes Bild vom Friedhof von Paleochora auf Kreta. Vom Gegenständlichen zur Unschärfe: Was hat sich in Ihrer Fotografie verändert?

Ulrich Schwecke: Mit dieser Art, unscharf zu fotografieren, versuche ich mehr den Geist, der in den Motiven steckt, deutlich zu machen. Bei den Aufnahmen des kretischen Friedhofs habe ich die Kamera von oben nach unten geschwenkt. So entsteht eine starke Betonung der Senkrechten, der Verbindung zwischen oben und unten, zwischen Himmel und Erde, also das, was einen Friedhof auch ausmacht. Das heißt nicht, dass ich grundsätzlich gegen gegenständliche Fotografie bin. Die Frage bleibt aber immer, was zeige ich mit dem Foto mehr oder neu, was sonst nicht sichtbar wird.

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Weser-Kurier

„Die Kunst, Bewegung festzuhalten“
„Malen mit der Kamera.“ 


Jens Joost-Krüger

Es ist für mich eine große Ehre und ein großes Vergnügen heute hier mit Ihnen die Ausstellung »1/10 Sekunde« mit Fotoarbeiten von Ulrich Schwecke eröffnen zu dürfen. Und es ist mir eine große Freude, weil ich die Bilder, die hier in der Bremischen Volksbank Achim zu sehen sind, ebenso schätze wie den Künstler, den Kommunikationsexperten und vor allem den Menschen Ulrich Schwecke.

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Rainer Schnautz

Ausstellungseröffnung – Bandonion Bremen

Fotografien von Ulrich Schwecke 1/10 sec. Abstraktionen
Im etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache heißt es unter abstrakt: „Entlehnt aus abstractus, eigentlich “abgezogen“ oder abstrahere abziehen, wegziehen” und meint eine für sich allein gedachte Eigenschaft, die aber gar nicht von seinem Substrat getrennt auftreten kann und deshalb von ihm „abgezogen“ werden muss.“

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Bertram Nejedly

Liebe Claudia Lex, vielen Dank für die Einführung und die Vorstellung, lieber Ulrich Schwecke, liebe Gäste,

es ist mir eine große Ehre heute in einer für mich ungewohnten Rolle vor Ihnen zu stehen. Ich darf Ihnen die Kunstwerke meines Freundes Ulrich Schwecke aus Bremen, den ich schon sehr lange kenne und sehr schätze, vorstellen. Das ist jetzt nicht meine Hauptbeschäftigung. Erwarten Sie also keine kunsthistorischen Einordnungen von Ullis Werk, sondern ich möchte Ihnen einige sicher sehr subjektive Eindrücke schildern, die in der Auseinandersetzung mit und im Gespräch über seine Bilder entstanden sind. Ich denke, das entspricht auch seinem Werk, dass einen höchst persönlichen Blickwinkel auf die Welt zeigt. Ich würde sogar sagen, es ist nicht nur ein Blickwinkel, sondern eine Art Blickprozess an dem wir hier teilhaben und der hier abgebildet wird.

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